Gott und Welt

Heute fragt man wohl nicht mehr wo Gott in der Welt vorkommt. Die Frage ist grundsätzlicher: Kommt Gott überhaupt in der Welt vor? Selbst gläubigen Menschen kommt ein klares Ja nicht leicht über die Lippen. Zuviel Elend und Leid ist in der Welt. Und nicht nur das. Es gibt viel Unheil, das von Menschen verursacht wird: Kriege und Gewalttaten. Terror und Ausbeutung beschäftigen uns die meiste Zeit. Die Medien sind voll davon. Kann man da noch von der Gegenwart Gottes in irgendeiner Weise sprechen?
Am Elia-Turm wird dieser Gegensatz zwischen Gott und der von Menschen gestalteten Welt thematisiert. Der Panzer mit seiner technischen Ausrüstung steht für alles, was zum Leid der Menschheit und der Erde beiträgt. Wie viel menschliche Kreativität wird dafür eingesetzt, um Leben zu zerstören und anderen Unheil zuzufügen. Wie oft wird technischer Fortschritt dafür verwendet, um Leben - und nicht nur menschliches - auszulöschen?
Über dieser weltlichen Dimension sehen wir das Dreieck mit dem göttlichen Auge. Es thront über dem, was die Menschen schaffen. Oder beschützt es gar die destruktive Schöpferkraft des Menschen? So könnte man es ja auch sehen, wäre da nicht - in die göttliche Dimension eingebettet - eine m
ahnende Hand mit dem erhobenen Finger, der zum Auge Gottes zeigt. Hier bringt sich Gott selbst ins Spiel und sorgt für den notwendigen Ausgleich. Kein Wort kehrt ohne Wirkung zurück. Und, was ich sehe, das bleibt nicht ohne Folgen. Wir sind bei allem, was wir tun, reden und denken, aufgefordert, es auch mit den Augen Gottes zu sehen. Hält es dem Urteil Gottes stand? Dient es dem Leben? So betrachtet ist Gott in allem präsent, was wir tun. Wie, das liegt dann wohl an uns.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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