Weinstock und Kreuz

In der Bibel steht der Wein und der Weinstock mit seinen Blättern und den Trauben für die Freude am Leben, für Lebendigkeit, Glück und Wohlstand. Wer Wein trinken kann, dem geht es gut. In der christlichen Tradition wird nicht zuletzt durch das Wort Jesu aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums die Verbindung zu Jesus Christus gezogen: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, nur der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.« (Joh 15,5). Es ist ein Bild, das Wachstum und Zusammengehörigkeit ausdrückt und besonders betont, wie Trauben, Zweige und Weinstock aufeinander bezogen und angewiesen sind. Vielleicht ist das Bild vom Weinstock eines der lebendigsten, das wir für die Wirklichkeit von Kirche kennen. Es geht um Gemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um Verbindung und darin vor allem auch um Wohlergehen.
Wir finden an der Autobahnkirche ganz unterschiedliche Darstellungen von Weintrauben und -stöcken. In den Fenstern finden wir einen Weinstock, der in seinem Innersten eine Darstellung eines des Gekreuzigten und Auferstandenen trägt. Man erkennt Kopf und die ausgestreckten
Arme. Dort, wo das Herz schlägt, wo wir atmen, wo wir das Leben spüren, erkennen wir die Weintraube. Leben und Wohlergehen gehören zusammen. Im Bewusstsein, dass wir zu Jesus gehören und eine große Gemeinschaft bilden, ist die Weintraube das Zeichen für die Zusammengehörigkeit. Da, wo wir zusammen sind, dort finden wir das Glück. Eine schöne Verheißung, die aber auch eine große Aufgabe für jeden von uns ist. Denn von allein kommt das nicht.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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