Stern von Betlehem

Über den Stern von Betlehem ist schon viel geschrieben worden, und es gibt mehr als eine Theorie, was dieses Naturwunder oder göttliche Zeichen gewesen ist. War es eine besondere Planetenkonstellation oder eine explodierende Supernova oder ein Komet, der die Erde heimgesucht hat? Es ist nicht eindeutig zu klären, ob der Stern von Betlehem eine natürliche Ursache hat. Und es bleibt ja noch die Vorstellung, dass Gott ein besonderes Zeichen gewirkt hat, um auf die Geburt von Jesus hinzuweisen. Wie auch immer, das Matthäusevangelium berichtet von einer Erscheinung eines Sterns, der die Sterndeuter aufhorchen ließ. Sie machten sich auf den Weg, um den neugeborenen König zu suchen. Und ihre Beobachtung schreckte die Machthaber in Jerusalem auf, die selbst nichts gesehen hatten.
Die Sterndeuter sind zu bewundern. Sie waren aufmerksam genug, um alles wahrzunehmen, was ist. Und sie haben nachgedacht. Das, was sie gesehen haben, muss einen besonderen Grund haben. Sie schließen auf die Geburt von Jesus, dem Sohn Gottes. Dann erst machen sie sich auf den Weg und überprüfen ihre Beobachtung und Schlussfolgerung. Sie kommen zum Ziel und sehen sich bestätigt.
Diese Sterndeuter haben das Vorgehen, das wir moderne Menschen auch kennen. Wir beobachten das, was in der Welt ist, im Großen und im Kleinen. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen daraus und suchen Erklärungen für das, was ist. Schließlich müssen auch wir unsere Vermutungen und Schlüsse überprüfen, ob sie auch mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Dieses Vorgehen ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, so erschließen wir wissenschaftlich unsere Welt.
Es geht hier aber nicht nur um die materielle Welt, es geht um mehr. Wie erkenne ich meinen Stern von Betlehem, der mich auf etwas Besonderes aufmerksam macht? Was schließe ich daraus und wie überprüfe ich das Ganze? Gut, wenn wir das tun können. Es fängt damit an, dass wir achtsam in die Welt schauen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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