Mutterliebe

Wenn Leben neu beginnt, dann ist das ein besonderer Moment. Wir verbinden damit ganz viel Zärtlichkeit, Nähe und Geborgenheit. Dass dies ein Ideal ist, das ist uns allen klar. Doch wir sehnen uns genau nach diesem Moment. Für Eltern ist es meist ein besonderer Moment, wenn sie die Geburt eines Kindes erleben. Und wenn ein Kind dann da ist, dann ist - ganz gleich, was vorher war und was hinterher sein wird - alles gut. Dieser Moment ist am Noah-Turm eingefangen. Eine Mutter nimmt ihr Kind liebevoll in den Arm und beginnt, es zu stillen. Ein schöner, ein ruhiger Augenblick. Ein neues Leben beginnt und es ist gut! Das ist eine einfache und klare Botschaft, die Emil Wachter hier weitergibt. Als glaubende Menschen vertrauen wir darauf, dass wir von Anfang an in der Hand Gottes geborgen sind, dass wir in die Hand Gottes eingezeichnet sind, ohne dass wir selbst etwas dazu beitragen müssen oder können. Wir sind in Gott geborgen.
Die mütterliche Seite Gottes kommt hier zum Ausdruck. Sie orientiert sich an der Liebe einer Mutter zu ihren Kindern. Nähe und Geborgenheit, Liebe und Wärme, ein ganz enger Bezug zueinander schwingen in diesem Bild mit. In der menschlichen Entwicklung ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind die erste Erfahrung von Gemeinschaft und eine Beziehung, die schon im Mutterleib beginnt. Sie findet in unserer Welt ihren Ausdruck in der liebevollen Umarmung, im Bedürfnis ein Kind zu schützen und zu nähren. Ein Kind braucht diesen Raum des Vertrauens, dass es später dann in die Welt eintreten und die Welt erobern kann.
Der Noah-Turm steht auch für das neue Leben und den neuen Bund, den Gott mit den Menschen schließt. Dieses Bild der mütterlichen Umarmung gibt gleichsam das Programm für diesen Bund vor. Nicht der Zorn Gottes soll im Mittelpunkt stehen, sondern die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen von Anfang an ist der neue Rahmen, in dem Gott sich äußert. Sich so umschließen zu lassen schafft Vertrauen!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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