Zahlreich wie die Sterne am Himmel

Eine der größten Verheißungen, die wir im ersten Testament lesen, ist die, die Abraham bekommt. »Gott führte Abraham hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.« (Gen 15,5) Allein schon der Blick zu den Sternen am Himmel in einer klaren Nacht zeigt, dass es sich hier um eine unermessliche Anzahl handelt. Wenn wir diese Szene darstellen, wie es hier Emil Wachter getan hat, bleibt die Anzahl der Sterne begrenzt, wir können sie noch zählen. Die Unzählbarkeit ist ja gar nicht darstellbar und nicht fassbar. Der Blick zum Himmel offenbart eine noch größere Anzahl. Unsere modernen Beobachtungsmöglichkeiten steigern die Zahl  und sprengen unsere Vorstellungen und sie bleiben doch begrenzt.

Die Verheißung Gottes geht darüber hinaus. Du sollst so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel. Es ist eine Zusage von Ewigkeit, von Dauer und Unendlichkeit, die Abraham hier gegeben wird. Das, was du begonnen hast, wird nicht nur nicht enden, sondern es wird sich vermehren und immer weiter wachsen.
Der Blick zum Himmel lässt uns an dieser Verheißung teilhaben. Wir fühlen uns durch die gigantischen kosmischen Maßstäbe klein und unbedeutend. Aber wir erleben uns auch als einzigartigen Teil eines großen Ganzen. Das ist die Verheißung, die jedem von uns gilt.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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