Begrüßung der Ankommenden

Ein freundlich lächelndes Gesicht, das unter einem schützenden Dach hervorschaut, blickt den Besucher an. Emil Wachter gibt dieser Darstellung an der Ostseite des Elia-Turmes den Titel: »Begrüßung der Ankommenden«. Es ist ein unscheinbares Relief, das man fast übersieht. So steht ja auch der Elia-Turm nicht gerade im Fokus der Aufmerksamkeit, wenn man auf die Autobahnkirche zuläuft. Wahrscheinlich haben die wenigsten dieses Gesicht bewusst wahrgenommen.

Wir kennen das ja, wenn wir freundlich sein wollen, und es wird nicht bemerkt oder wir haben - mal wieder - eine freundliche Aufforderung oder gar einen Gruß übersehen, wenn uns jemand zuwinkt. Man begegnet einem freundlichen Lächeln und ist doch manchmal misstrauisch und zweifelt, ob es wirklich so freundlich gemeint ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Die freundliche Begrüßung an der Autobahnkirche ist da, zugegeben, sie ist versteckt und gar nicht so einfach zu finden. Und vielleicht hat Emil Wachter genau das beabsichtigt. Ich sehe in diesem Versteckspiel eine Aufforderung, achtsam durchs Leben zu gehen und wahrzunehmen, was um uns herum geschieht. Es kann ja sein, dass es mehr Menschen gibt, die es gut mit mir meinen, als ich denke. Ich selbst kann ja auch freundlich begrüßen. Lächle deinem Gegenüber zu. Es könnte dein nächster Gast sein!

Quelle: Norbert Kasper

Selbst wenn nicht jeder Besucher durch dieses freundliche Steingesicht angestrahlt wird, 
es hat einen besonderen Vorteil: Ganz gleich wer kommt und ihm entgegentritt, er wird freundlich begrüßt. Ein freundliches Lächeln in Stein hat auch seine Vorteile.
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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