Wertvolle Erinnerung

Die meisten Menschen im christlichen Kulturkreis verbinden mit Weihnachten schöne Erinnerungen. Das Kind in der Krippe lässt die eigene Kindheit aufleben, man denkt an Spannung und Feierlichkeit, Wärme und Geborgenheit, an eine ganz besondere Zeit, als man selbst noch Kind war. Manchmal ist es auch das Gegenteil davon, wenn diese Wünsche ins Gegenteil umgeschlagen sind und die Vorstellung von Weihnachten eher Angst und Fluchttendenzen auslöst. Wie auch immer, Weihnachten ist wie kein anderes Fest im Jahreskreis so sehr mit Erinnerungen verbunden, die wir immer wieder versuchen einzuholen. Es werden Traditionen gepflegt und beschworen, die gerne hinterfragt werden können, die aber eine wichtige Funktion in unserem Leben haben, weil sie durch die ständige Wiederholung Sicherheit und Geborgenheit bieten. 
Das Essen an Heiligabend, ein Besuch eines Gottesdienstes, die gemeinsame Zeit, der Besuch bei Verwandten, das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes oder einer Krippe lassen eine Zeit, die scheinbar verschwunden ist, für kurze Zeit wieder aufleben. Wir können das nicht überbewerten. Wir brauchen diese Zeiten, in denen wir uns noch einmal unserer eigenen Geschichte, unserer Rituale und Beziehungen bewusst werden unbd vergewissern. Sie sind wichtig, dass wir wieder gut nach vorne schauen können und die Zukunft meistern können. Der Blick in die eigene Kindheit darf aber nicht dazu verführen, lediglich nostalgisch und verklärt zurück zu schauen, das würde diesem Fest eine große Kraft rauben. Das, was früher einmal gut und hilfreich war, muss es nicht mehr sein. Wenn wir spüren, dass eine bestimmte Tradition nur Druck erzeugt und alle froh sind, wenn diese Zeit wieder vorbei ist, haben wir nichts erreicht. 
Die wertvolle Erinnerung an eine Zeit, in der unser Leben scheinbar in Ordnung war, hilft uns nur dann, wenn wir daraus die Kraft schöpfen, unsere Zukunft zu gestalten. Welche Rituale können wir weiterführen? Welche neuen Traditionen können wir begründen? Welche Botschaft verbinde ich mit diesem Fest? Die wertvolle Erinnerung an ein Fest, das schon so oft gefeiert wurde, auch schon vor unserer Zeit, kann helfen ein Stück unserer eigenen Vergangenheit einzuholen, auf der Suche nach einer verlorenen und dann auch wiedergefundenen Zeit.
 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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